{"id":194,"date":"2020-01-18T21:52:46","date_gmt":"2020-01-18T20:52:46","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=194"},"modified":"2020-01-18T21:52:46","modified_gmt":"2020-01-18T20:52:46","slug":"die-perspektive-der-medialen-berichterstattung-zwischen-simulation-und-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/01\/18\/die-perspektive-der-medialen-berichterstattung-zwischen-simulation-und-realitaet\/","title":{"rendered":"Die Perspektive der medialen Berichterstattung: Zwischen Simulation und Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Felix Herz<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der 1929 in Reims geborene Philosoph,\nMedientheoretiker und Soziologe Jean Baudrillard eckte mit seinem Verst\u00e4ndnis\nder Moderne nicht selten an. In den 1970er Jahren entwickelte er die\nSimulationstheorie, in der er \u201ekonstatiert, dass nichts Reales mehr au\u00dferhalb\nmedialer Zeichensysteme existiere\u201c (Lexikon der Filmbegriffe:\nSimulationstheorie)<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>.\nZeichen werden also aufgrund fehlender Referenzen zu Simulacra, zu Schattengebilden.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Baudrillards Feind ist die moderne Konsumgesellschaft,\ndie taub und stumm wird durch den st\u00e4ndigen Informationsfluss aus Zeitungen,\nZeitschriften, aus iPhones und Internetseiten. Die Masse Mensch werde\nBaudrillard zufolge zum Schweigen gebracht, so stellt der SWR2 im Beitrag \u201eJean\nBaudrillard und die Kultur der Simulation\u201c (SWR2: Jean Baudrillard und die\nKultur der Simulation)<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch von der Politik zeichnet Baudrillard ein\nschwarzes Bild. Klassische Politiker seien durch PR-Experten und Medienprofis\nersetzt worden und stehen einer Wirtschaftselite gegen\u00fcber, die das eigentliche\nSagen hat. Die Politik sei ebenfalls eine Simulation geworden, so Baudrillard.<\/p>\n\n\n\n<p>Baudrillard starb 2007 in Paris \u2013 er wurde 77 Jahre\nalt. 2007 \u2013 das war vor der Finanzkrise, vor der Fl\u00fcchtlingskrise und vor Fridays\nfor Future. Was w\u00fcrde Baudrillard jetzt, im Jahr 2020 und mit Blick auf ein\nturbulentes Jahrzehnt, sagen? <\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem hinsichtlich der Berichterstattung \u00fcber die\nFl\u00fcchtlingskrise standen die deutschen Leitmedien 2017 in der Kritik. Die Otto\nBrenner Stiftung zog ein ern\u00fcchterndes Fazit. Zwischen Februar 2015, als die\nFl\u00fcchtlingsthematik begann, die Griechenland-Rettung als nationales Megathema\nabzul\u00f6sen, bis zur K\u00f6lner Silvesternacht 2015, so schreibt die Frankfurter\nAllgemeine, seien Journalisten ihrer Rolle als neutrale Beobachter nicht\ngerecht geworden (Frankfurter Allgemeine: Wie Medien \u00fcber die Fl\u00fcchtlingskrise\nberichteten)<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>.\nZu sehr habe man sich dem Diskurs und den Losungen der Politik unterworfen,\nanstatt die Sorgen und \u00c4ngste der Bev\u00f6lkerung zu beleuchten. Das habe eine\nFrontbildung in der Gesellschaft verst\u00e4rkt, sagt Michael Haller, Studienleiter\nund wissenschaftlicher Direktor des Europ\u00e4ischen Instituts f\u00fcr Journalismus-\nund Kommunikationsforschung. Erst gegen Ende 2015 habe sich der mediale Diskurs\nerweitert \u2013 und man habe, so Haller weiter, teilweise den Eindruck bekommen,\nmanche Journalisten versuchten nun, \u00fcbereifrig nachzuholen, was zuvor vers\u00e4umt\nwurde.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wo stehen wir nun im Jahr 2020? Die Stimmung ist\naufgeheizter, die Fronten weiterhin verh\u00e4rtet. Zwischen Trump, Johnson, Brexit,\nIrankonflikt, Klimaschutz und -Hysterie, ist die Fl\u00fcchtlingskrise keine Krise\nmehr, sondern vielmehr eine Thematik. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen vor Bildern, die Geschichten erz\u00e4hlen, vor\nZeilen, die Einblicke bieten, und vor Ausschnitten, die eine Vergangenheit\nzeigen. Wir stehen vor Perspektiven \u2013 was w\u00fcrde Baudrillard sagen?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p>Titelbild- und Coverquellen, sowie\nDanksagung:<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Zeitungs- und Magazinausgaben wurden genutzt\n(Die Copyright-Angaben befinden sich ebenfalls am unteren Rand der\nAusstellungsbilder):<\/p>\n\n\n\n<ol><li>S\u00fcddeutsche\nZeitung: <\/li><li>Titelstory:\n\u201eGestrandet beim kleinen Bruder\u201c, 11.07.2011<\/li><li>Titelstory:\n\u201eT\u00fcrkei erwartet neue Fl\u00fcchtlingswelle\u201c, 22.09.2014<\/li><li>Titelstory:\n\u201eVerlorene Generation\u201c, 13.03.2015<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>\u00a9 S\u00fcddeutsche Zeitung\nGmbH, M\u00fcnchen. Mit freundlicher Genehmigung von S\u00fcddeutsche Zeitung Content (<a href=\"http:\/\/www.sz-content.de\">www.sz-content.de<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich\nbedanke mich, die genannten Ausgaben kostenfrei nutzen zu d\u00fcrfen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<ul><li>Spiegel:<\/li><li>DER\nSPIEGEL 10\/2016<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Ich\nbedanke mich, die genannten Ausgaben kostenfrei nutzen zu d\u00fcrfen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<ul><li>Die\nWELT:<\/li><li>Die\nWELT, 01.09.2015<\/li><li>Die\nWELT, 28.10.2015<\/li><li>Die\nWELT AM SONNTAG, 03.01.2016<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Ich\nbedanke mich, die genannten Ausgaben nutzen zu d\u00fcrfen.<\/em><em> <\/em><br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a>\nSimulation \/ Simulationstheorie : Baudrillard ; Lexikon der Filmbegriffe, <a href=\"https:\/\/filmlexikon.uni-kiel.de\/index.php?action=lexikon&amp;tag=det&amp;id=5767\">https:\/\/filmlexikon.uni-kiel.de\/index.php?action=lexikon&amp;tag=det&amp;id=5767<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Jean\nBaudrillard und die Kultur der Simulation ; SWR2 Wissen, <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/download-swr-9234.pdf\">https:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/download-swr-9234.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Wie\nMedien \u00fcber die Fl\u00fcchtlingskrise berichteten: Frankfurter Allgemeine, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/fluechtlingskrise-so-berichteten-die-medien-15115172.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/fluechtlingskrise-so-berichteten-die-medien-15115172.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Wie Medien\n\u00fcber die Fl\u00fcchtlingskrise berichteten: Frankfurter Allgemeine, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/fluechtlingskrise-so-berichteten-die-medien-15115172-p2.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/fluechtlingskrise-so-berichteten-die-medien-15115172-p2.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Felix Herz Der 1929 in Reims geborene Philosoph, Medientheoretiker und Soziologe Jean Baudrillard eckte mit seinem Verst\u00e4ndnis der Moderne nicht selten an. 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