{"id":282,"date":"2020-01-31T20:48:27","date_gmt":"2020-01-31T19:48:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=282"},"modified":"2020-02-01T01:30:10","modified_gmt":"2020-02-01T00:30:10","slug":"perspektiven-zur-realitaet-und-imagination-von-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/01\/31\/perspektiven-zur-realitaet-und-imagination-von-grenzen\/","title":{"rendered":"Perspektiven. Zur Realit\u00e4t und Imagination von Grenzen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von<\/em> <em>Lea Kubisch (vorgetragen am 25.01.2020 als Teil des Workshops<\/em> <em>\u201eEin fl\u00fcssiger Kontinent? M\u00e9diteran\u00e9e zwischen Fiktion und Realit\u00e4t. Panel 2: Das Mediterraneum als Grenz- und Kulturraum\u201c)  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Grenzen geh\u00f6ren zur menschlichen Wirklichkeit. Ganz gleich, ob sie territorial-real existieren und mit Z\u00e4unen, Mauern und Stacheldraht verteidigt werden oder kulturell-imagin\u00e4r sind und durch das Denken und Handeln der Menschen bestehen. Aber warum sind Grenzen in unserem Alltag jederzeit so pr\u00e4sent? Die menschliche Fixierung auf Grenzen an sich l\u00e4sst sich mit der grundlegenden Art unseres Seins bzw. Bewusstseins erkl\u00e4ren. Wir definieren uns, indem wir uns von anderen abgrenzen. Anton Pelinka \u2013 ein \u00f6sterreichischer Politikwissenschaftler, der sich viel mit der Grenzthematik besch\u00e4ftigt hat \u2013 bringt das ganz gut auf den Punkt. Er schreibt: \u201eUm zu wissen, wer wir sind, m\u00fcssen wir wissen, wer wir nicht sind.\u201c [1] Grenzen sind f\u00fcr uns Menschen also in erster Linie notwendig, um uns selbst als Individuen zu begreifen und von \u201eden Anderen\u201c abzugrenzen. Gleichzeitig existieren sowohl simplere, als auch wesentlich komplexere Arten und Vorstellungen von Grenzen. <br><br>Unter dem Titel <strong>Perspektiven \u2013 Zur Realit\u00e4t und Imagination von Grenzen<\/strong> m\u00f6chte ich nun \u00fcber verschiedene Arten und Formen von Grenzen, die Abgrenzungsmechanismen zwischen Personengruppen sowie \u00fcber die damit verkn\u00fcpfte Funktionalisierung von Feindbildern sprechen. Besonders im Mittelmeerraum, der das thematische Grundger\u00fcst der Mittelmeer-Filmtage bildet, sind Grenzen ein zentrales und aktuelles Thema. Hier sind vor allem die Fl\u00fcchtlingsthematik, kulturelle Differenzen oder Umweltfragen zu bedenken. Im Mittelmeergebiet sind auch Feindbilder keine Seltenheit \u2013 wie letztlich in der gesamten Welt. In der Verkn\u00fcpfung des Mittelmeerraums mit Deutschland ist das Feindbild des Fl\u00fcchtlings momentan \u00e4u\u00dferst aktuell. In der philosophisch-kulturellen Reflexion von Grenzen und der psychologisch-soziologischen Darlegung von Feindbildern soll deshalb die politisch-mediale Instrumentalisierung des Fl\u00fcchtlingsfeindbildes herangezogen werden. Die verschiedenen Zug\u00e4nge, von Philosophie \u00fcber Psychologie, Soziologie und Politik, hin zum Medialen, sind notwendig, um die vorgestellte Thematik umfassend beleuchten zu k\u00f6nnen. <br><br>Um Fremdheit verstehen zu k\u00f6nnen, muss erst einmal das Konzept der Grenze n\u00e4her betrachtet werden. Wie ich zu Beginn bereits feststellte, existieren unterschiedliche Arten von Grenzen: Klassische Grenzvorstellungen unterscheiden zumeist zwischen territorialen und nicht-territorialen Grenzen. Wir alle kennen Grenzen v.a. in physischer Form, als Grenzzaun, Mauer oder L\u00e4ndergrenze. Also als Linie oder Gebiet, das von anderen definiert und verteidigt wird. Eine territoriale Grenze. Bedenkt man aber andere Arten von Grenzen \u2013 wie zum Beispiel Abgrenzung durch Religion, Sprache, Kultur oder Klassenzugeh\u00f6rigkeit \u2013 f\u00e4llt das \u00dcberma\u00df an nicht-territorialen Grenzen erst ins Auge. Die Differenz zwischen territorialen und nicht-territorialen Grenzen ist also vielleicht schon einen Schritt zu weit gedacht. Denn die wichtigste Unterscheidung ist meiner Meinung nach zwischen nat\u00fcrlichen und k\u00fcnstlichen Grenzen zu treffen. Nat\u00fcrliche Grenzen beziehen sich z.B. auf geographische oder physikalische Gegebenheiten. Ich m\u00f6chte mich im Folgenden aber besonders mit den k\u00fcnstlichen Grenzen besch\u00e4ftigen. Der Begriff der K\u00fcnstlichkeit wird von Michael Hardt kritisiert, erinnert er ihn doch zu sehr an Kunst. Hardt ist Professor f\u00fcr Visuelle Kommunikation und besch\u00e4ftigt sich auf gesellschaftlicher und \u00e4sthetischer Ebene viel mit Grenzen und Grenz\u00fcberschreitungen. Statt \u201ek\u00fcnstlich\u201c schl\u00e4gt er die Bezeichnung \u201evom Menschen erdachte Grenzen\u201c oder auch imagin\u00e4re Grenzen vor. [2] Darunter fallen ideologische, politische, sprachliche, pers\u00f6nliche Grenzen, usw. Also die Art von Grenzen, die durch das Denken und Handeln der Menschen bestehen. <br><br>Einige werden jetzt denken: \u201eEs gibt also einerseits reale und andererseits phantasierte Grenzen\u2026\u201c Doch so simpel ist es eben nicht. Denn imagin\u00e4re Grenzen k\u00f6nnen \u2013 trotz ihrer physischen Absenz \u2013 durchaus real sein, je nachdem, ob sie endogen oder exogen sind. Also aus dem Inneren eines Menschen kommen oder von au\u00dfen, von anderen Individuen, auferlegt werden. Finden Begrenzungen nur im Geist eines Menschen statt, so k\u00f6nnen sie wirklich als imagin\u00e4r und eben nicht real bezeichnet werden. Von au\u00dfen vorgegebene Grenzen sind dagegen durchaus real. Versuchen Sie nur einmal, nackt durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone zu gehen und sie werden sehr schnell die realen Grenzen der Schicklichkeit erfahren. Oder bunt gekleidet und singend eine Beerdigung zu besuchen. In Sekundenschnelle wird Ihnen dann die Grenze der Piet\u00e4t bewusst gemacht. <br><br>Grenzen existieren in allen Bereichen und Gr\u00f6\u00dfenordnungen. Sie manifestieren sich zwischen Kulturen, zwischen Personengruppen oder auch zwischen Einzelpersonen. Eine zentrale Unterscheidung k\u00f6nnte hier zwischen au\u00dferkulturellen und innerkulturellen Grenzen getroffen werden. Au\u00dferkulturelle Grenzen beziehen sich auf alle Dinge, mit denen sich Kulturkreise voneinander unterscheiden und bewusst abgrenzen. Dabei handelt es sich um Dinge wie Traditionen, Religion, Sprache und auch Aussehen. Au\u00dferkulturelle Grenzen werden oft betont, um das Gegen\u00fcber in die Fremdheit zu dr\u00e4ngen und zu einer positiven Selbstdarstellung zu gelangen. Aber auch innerhalb einer Kultur existieren mannigfaltige Grenzen, wie etwa Klassenzugeh\u00f6rigkeit, Bildungsgrad, Geschlecht, politische oder sexuelle Orientierung. Die aufgef\u00fchrten Dinge sind in erster Linie nur Unterschiede. Zu Grenzen werden sie erst durch die Handlungen der Menschen, die Unterschiede zur bewussten Abgrenzung nutzen. Diese Handlung ist uns zumeist gar nicht mehr bewusst. Hardt schreibt: \u201eWir sind in unserer Gesellschaft so konditioniert, dass wir Grenzen als gegeben akzeptieren. Neue Grenzen akzeptieren wir meist widerspruchslos. Bestehende Grenzen dagegen abzuschaffen ist meist ein kompliziertes Unterfangen.\u201c [3] Nat\u00fcrlich gibt es unterschiedliche Arten von Menschen, die Grenzen jeweils anders wahrnehmen und akzeptieren, worauf auch Hardt hinweist [4] : Eher konservative Menschen akzeptieren und brauchen Grenzen, um ihren Alltag zu strukturieren. Progressive Pers\u00f6nlichkeiten werden durch Grenzen eher beschr\u00e4nkt und leben stets in der N\u00e4he der Grenz\u00fcberschreitung. Au\u00dferhalb dieser Pers\u00f6nlichkeitsausrichtung existieren auch noch die Machthaber, die f\u00fcr sich selbst Grenzen nur schwerlich oder nicht akzeptieren, sie f\u00fcr andere aber setzen. Politiker k\u00f6nnen beispielsweise solche Machthaber sein. <br><br>Wir werden jedoch nicht nur inner- und au\u00dferkulturell durch Grenzen bestimmt, sondern auch imagin\u00e4r. Im Hinblick auf die gedanklichen Grenzen in jedem Menschen m\u00f6chte ich besonders auf die menschliche Grenze der Wahrnehmung und davon abh\u00e4ngig der Empathie hinweisen. Manche Menschen sind sehr empathisch, manche sind es eher weniger. Was uns alle verbindet, ist die F\u00e4higkeit zur psychologischen Abschottung. Aus welchem Grund auch immer \u2013 hin und wieder fehlen uns bewusst oder unbewusst Verst\u00e4ndnis und Empathie f\u00fcr das Gegen\u00fcber. Und diese psychologische Abgrenzung f\u00fchrt dann zur Alterit\u00e4tskonstruktion, also zur Bildung von Fremdheit im Anderen. Wir sehen: unsere gesamte Lebenswelt besteht aus Grenzen. Manche sind uns stets bewusst, wie Z\u00e4une oder Verbotsschilder. Andere sind weniger auff\u00e4llig, wie die gedankliche Abgrenzung von \u201eAnderen\u201c. Und mit dieser Abgrenzung befinden wir uns auch immer in gef\u00e4hrlicher N\u00e4he zu Fremdenhass und Feindbildern, wie dem Fl\u00fcchtlingsfeindbild.<br><br>Identit\u00e4tskonstruktionen sind, wie bereits festgestellt, notwendigerweise mit der Unterscheidung zwischen \u201eich\u201c und \u201edie Anderen\u201c verkn\u00fcpft. Feindbilder basieren nun auf genau diesen Strukturen und verwandeln \u201edie Anderen\u201c in Feinde, von denen es sich abzugrenzen und zu sch\u00fctzen gilt.<br><br><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/static.euronews.com\/articles\/326379\/773x435_326379.jpg\" target=\"_blank\">Dieses Werbeplakat<\/a> ist ein klassisches Beispiel f\u00fcr das Sch\u00fcren von Fremdenhass und die Ablehnung der \u201eAnderen\u201c. Der Verein f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit und Freiheit nutzt das Feindbild des gewaltt\u00e4tigen Fl\u00fcchtlings als Abschreckung und Werbung f\u00fcr die Politik der AfD. Das \u201eich\u201c der Identit\u00e4tsschaffung wird hier zu einem \u201ewir\u201c und setzt dem Fremden so eine homogene Gemeinschaft gegen\u00fcber, mit der man sich identifizieren kann und soll. [5] In diesem Fall wird das \u201ewir\u201c mit \u201eunsere Frauen und T\u00f6chter\u201c ausgespielt. Der Historiker und Vertreter der Vorurteilsforschung Wolfgang Benz betont: <br><br>\u201eIm gesellschaftlichen Alltag vollziehen sich Wahrnehmung und Verhalten zwischen einzelnen Gruppen, also auch Mehrheiten und Minderheiten, \u00fcber Freund- und Feindbilder, die sich durch Informationen konstituieren. Ein betr\u00e4chtlicher Teil der Information besteht aus Ressentiments, die sich aus Stereotypen und Klischees speisen.\u201c [6]<br><br>Er wirft in diesem Zitat mit einigen Begriffen um sich, die alle mit der Feindbildthematik zusammenh\u00e4ngen und die deshalb einer kurzen Kl\u00e4rung bed\u00fcrfen. Es handelt sich um Stereotyp (oder auch Klischee), Vorurteil und Ressentiment. Sie alle dienen, aufeinander aufbauend, der Konstruktion eines Feindbildes. Ein Stereotyp ist ein vereinfachendes, verallgemeinerndes Urteil, bzw. ein festes, klischeehaftes Bild eines Menschen. Als Zuschreibungen sorgen Stereotype daf\u00fcr, dass Menschen rasch und ohne viel zu reflektieren eingeordnet werden k\u00f6nnen. Das typische \u201eSchubladendenken\u201c des Menschen kann nur durch Stereotype funktionieren. Ein Vorurteil geht ein wenig weiter. Hierbei handelt es sich um eine vorschnell gefasste oder von jemand anderem \u00fcbernommene Meinung \u2013 meist negativer Natur \u2013 gegen\u00fcber etwas oder jemandem. Objektive Betrachtungen werden durch Vorurteile verhindert, bzw. von diesen ausgeschlossen. Das Ressentiment baut auf diesem verzerrten Blick des Vorurteils auf. Aus dem Franz\u00f6sischen entlehnt, kann es mit \u201eGroll\u201c \u00fcbersetzt werden. Der Duden definiert das Ressentiment als \u201eauf Vorurteilen, einem Gef\u00fchl der Unterlegenheit, Neid o.&nbsp;\u00c4. beruhende gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige, oft unbewusste Abneigung\u201c [7]. Das Ressentiment beinhaltet dementsprechend ein sehr negatives Bild des Gegen\u00fcbers. Wichtig zu wissen ist, dass \u201eRessentiments und Vorurteile austauschbar sind und immer wieder einer anderen Volksgruppe zugeschrieben werden.\u201c [8] Die tats\u00e4chlichen Eigenschaften und Charakteristika eines Menschen oder einer Gruppe werden durch ihnen zugeschriebene Eigenschaften \u00fcberlagert. Und auf genau diesen zugeschriebenen Eigenschaften basieren Fremdenhass und Feindbilder. <br><br>Was also ist ein Feindbild? Der Duden sagt eine \u201eVorstellung von einer Person oder Sache als von einem Feind, Gegner, als von etwas Feindlichem, Bedrohlichem\u201c [9]. Feindbilder existieren allerdings nicht im luftleeren Raum. Sie werden bewusst aufgebaut, gesch\u00fcrt und instrumentalisiert. Dabei werden verschiedene Ziele verfolgt. Zum einen fungieren ausgegrenzte Gruppen stets als S\u00fcndenbock in Verbindung mit der Zuschreibung negativer Eigenschaften. [10] Das geschah schon bei den Hexen im Mittelalter und geschieht auch heute, wenn die Schuld bei Fl\u00fcchtlingen oder auch simpel \u201eAusl\u00e4ndern\u201c gesucht wird. Der negativen Fremddarstellung wird dabei stets eine positive Selbstdarstellung entgegengesetzt. [11] Die wichtigste Funktion eines Feindbildes ist aber wohl der Aufbau einer kollektiven Identit\u00e4t. Indem ein abgegrenztes Au\u00dfen geschaffen wird, k\u00f6nnen unterschiedlichste Menschen vereint werden zu einer homogenen Gruppe. Diktatoren wie Adolf Hitler haben das sogar ausformuliert, wobei ich diese Worte heute nicht mehr wiederholen m\u00f6chte. Sprache und andere Systeme der menschlichen Kommunikation werden im Hinblick auf Feindbilder stets daf\u00fcr verwendet, die Unterschiede zu betonen und dadurch die imagin\u00e4re Grenze zwischen \u201euns\u201c und \u201eden Anderen\u201c zu st\u00e4rken. <br><br>Die Funktionalisierung von Feindbildern kann, wie bereits angesprochen, auch heute in Bezug auf Fl\u00fcchtlinge beobachtet werden. Der deutsche Psychologe und Psychoanalytiker Klaus Ottomeyer schreibt: \u201eDie ungebremste Demagogie auf der Ebene der Politik und der Medien ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Fremdenfeindlichkeit und Hass auf Fl\u00fcchtlinge.\u201c [12] Dies kann allerdings nur funktionieren, wenn es in der Bev\u00f6lkerung auch eine Bereitschaft gibt, dem zu folgen. Dementsprechend destilliert er drei Faktoren f\u00fcr die Durchsetzung f\u00fcr Fremdenhass: Demagogie, Pers\u00f6nlichkeit (also die psychische Disposition) und soziale Situation. Ottomeyers These, der ich grundlegend zustimmen w\u00fcrde, ist, dass Fremdenfeindlichkeit als Ausdruck psychischer Spannungen im Individuum entsteht und von Demagogen angefacht wird. [13] Wie diese psychischen Vorg\u00e4nge funktionieren und das medial ausgenutzt wird, m\u00f6chte ich im Folgenden noch ein wenig n\u00e4her beleuchten. <br><br>Ottomeyer geht von der Aussage Sigmund Freuds aus, dass das Ich sich konstant mit drei Elementen der Wirklichkeit auseinandersetzen muss: Mit der Bew\u00e4ltigung der Realit\u00e4t, mit seinen eigenen Es-Impulsen bzw. asozialen Regungen und schlie\u00dflich mit dem eigenen Gewissen oder \u00dcber-Ich. [14] Daraus ergeben sich dann drei gro\u00dfe \u00c4ngste f\u00fcr den Menschen. Die Realangst, also die Furcht vor grundlegenden Problematiken des menschlichen Lebens wie Verletzung, Krankheit, Geld, Wohnsituation und Tod. [15] Die neurotische Angst, in Bezug auf das eigene Es, also die grundlegenden Triebe im Menschen, die au\u00dfer Kontrolle geraten k\u00f6nnten. [16] Und die Gewissensangst, die sich auf die strenge des \u00dcber-Ichs in seiner Gewissensfunktion bezieht und die Laune und Lebensfreude verringern kann. [17] Diese drei Ebenen der Angst greifen bei Feindbildkonstruktionen und spezifisch der Diskussion \u00fcber Fl\u00fcchtlinge ineinander. Ein ungefestigtes \u201eIch\u201c sieht in einem Feindbild die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber jemanden zu erheben. Diese Erhebung kann so weit f\u00fchren, dass das Gegen\u00fcber nicht mehr als menschliches Wesen wahrgenommen wird. Was das f\u00fcr Folgen haben kann, hat uns der Nationalsozialismus gelehrt. Der Unterdr\u00fccker entwickelt die Kunst der Verdr\u00e4ngung sowie mannigfaltige Bew\u00e4ltigungsstrategien, um mit der eigenen Unmenschlichkeit klarzukommen. Das sieht man in unterschiedlichen Formen auch in der Fl\u00fcchtlingsdebatte. <br><br>Fl\u00fcchtlinge sind Menschen. Menschen, die fast ausschlie\u00dflich vor Krieg, Unterdr\u00fcckung, Armut oder anderen lebensunw\u00fcrdigen Situationen fliehen. Wie kann es passieren, dass Hilfsbed\u00fcrftige auch eine starke Ablehnung, ja Verachtung erfahren? Jeder Mensch setzt Grenzen. Das haben wir bereits verinnerlicht. F\u00fcr uns in der westlichen Welt sind oft die Grenzen des Alltags, der \u201eheilen Welt\u201c und der Annehmlichkeit zentral. Diese Grenzen werden durch Fl\u00fcchtlinge \u00fcberschritten und dadurch sichtbar gemacht. Sie bringen die von uns oftmals verdr\u00e4ngten, angsterregenden Dinge \u2013 wie eben Krieg, Unterdr\u00fcckung oder Armut \u2013 zur\u00fcck in unser Ged\u00e4chtnis. Und an genau diesem Punkt greifen die Abwehr- und Bew\u00e4ltigungsmechanismen des Menschen, die sich eine \u201eNormalisierung\u201c [18], wie es Klaus Ottomeyer formuliert, w\u00fcnschen. Die Folgen dieser Verdr\u00e4ngung beschreibt wiederum Wolfgang Benz: \u201eExistenzielle Probleme von Minderheiten, die deren Angeh\u00f6rige zur Flucht veranlassen, werden in aller Regel von den Offiziellen der Mehrheit marginalisiert oder geleugnet.\u201c [19] Politisch werden solche Aussagen eingesetzt, um die Massen zu polen. <br><br>Im Einzelnen greifen realit\u00e4tsbezogene Strategien der Bew\u00e4ltigung, ein sogenanntes \u201eCoping\u201c und andere Abwehrmechanismen des Ichs. [20] Auch hier finden wiederum Spaltungen in Gute und B\u00f6se statt, sowie Dehumanisierung oder Identifizierung mit dem Angreifer, um sich selbst zu erh\u00f6hen. [21] Die moralische Hilfsverpflichtung \u2013 ausgel\u00f6st vom \u00dcber-Ich \u2013 m\u00fcndet in ein schlechtes Gewissen, das so verdr\u00e4ngt werden kann. Das passiert auch durch eine Pauschalisierung, in der alle Fl\u00fcchtlinge zu Simulanten bzw. \u201eWirtschaftsfl\u00fcchtlingen\u201c erkl\u00e4rt werden, wobei einzelne oder erfundene Geschichten zur allgemeinen Wahrheit aufgebauscht werden. [22] Wahrheitsgetreue von verzerrten Mediendarstellungen zu unterscheiden ist nicht immer einfach.<br> <br>Im Zuge dieser Gewissensangst wird auch versucht, Helfer moralisch abzuwerten. Oft ist die Seenotrettung ein Ziel der Angriffe. Kapit\u00e4ne, wie Carola Rackete und ganze Besatzungen m\u00fcssen sich oft <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"den Vorwurf einer Schlepper- oder Schleusert\u00e4tigkeit (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/jungefreiheit.de\/debatte\/kommentar\/2019\/die-schlepper-kapitaenin-wird-zur-held\" target=\"_blank\">den Vorwurf einer Schlepper- oder Schleusert\u00e4tigkeit<\/a> anh\u00f6ren. Klaus Ottomeyer schreibt zu diesem Thema: <br><br>\u201eDie Ablehnung des Gewissens kann zu einem Hass auf alle diejenigen werden, die an das Gewissen erinnern, also die Opfer selbst, aber auch diejenigen, die den Opfern offenkundig helfen und damit so etwas wie eine lebendige Anklage gegen den verbreiteten Egozentrismus in die Welt setzen.\u201c [23]<br><br>Neben den Gewissens\u00e4ngsten spielen Real\u00e4ngste \u2013 oft vermischt mit phantasierten \u00c4ngsten oder auch der Projektion auf Fl\u00fcchtlinge \u2013 eine gro\u00dfe Rolle im Feindbild. Das <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/stoerungsmelder\/files\/2014\/05\/Demonstration_Die-Rechte_Dortmund_1.Mai-20140501-SUN_3959.jpg\" target=\"_blank\">hier<\/a> gezeigte Neonazi-Plakat bezieht sich auf die Angst, dass Fl\u00fcchtlinge zu viel Geld erhalten, das lieber f\u00fcr die eigene Bev\u00f6lkerung eingesetzt werden sollte. <br><br>Besonders im Hinblick auf die Soziale Grundsicherung in Deutschland (also Arbeitslosengeld, etc.) ist dieses Vorurteil tats\u00e4chlich h\u00e4ufig zu h\u00f6ren. Vergleicht man die gesetzlichen Regels\u00e4tze der Sozialen Grundsicherung mit denen des Asylbewerberleistungsgesetzes, kann dieses Vorurteil abgebaut werden. Einem alleinstehenden Asylbewerber werden insgesamt 344 \u20ac zur Verf\u00fcgung gestellt. [24] Ein Alleinstehender, der die soziale Grundsicherung in Deutschland in Anspruch nimmt, bekommt hingegen 424 \u20ac. [25] Betrachtet man die Vorurteile und \u00c4ngste gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen, kann festgestellt werden, dass die Realit\u00e4tspr\u00fcfung als wichtigste Aufgabe des Ichs im Hinblick auf Geldfragen und \u00e4hnliche Dinge oft versagt. [26] Gleiches gilt f\u00fcr die neurotischen \u00c4ngste des Menschen. Auch hier werden die eigenen Trieb-\u00c4ngste, so wie Gier, Aggression oder Lust oft auf Fl\u00fcchtlinge projiziert. Besonders auff\u00e4llig ist die Betonung der kriminellen Ebene. <br><br>Karten, wie diese sogenannte <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u201eKarte des Schreckens\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.deutschland-kurier.org\/karte-des-schreckens\/\" target=\"_blank\">\u201eKarte des Schreckens\u201c<\/a> sind auf konservativen oder rechten Internetseiten immer wieder zu finden. Sie listen angeblich von Fl\u00fcchtlingen begangene Verbrechen auf, um so die angeblich gestiegene Kriminalit\u00e4tsrate zu untermauern und einen Schuldigen zu benennen. Genannt werden dabei allerdings kriminelle Einzelf\u00e4lle, um die Vorurteile gegen alle Fl\u00fcchtlinge zu sch\u00fcren. \u00c4hnlich differenziert w\u00e4re es zu behaupten, dass alle Deutschen kriminell sind, weil es einen Kriminellen deutscher Herkunft gibt. Einige Punkt auf diesen Karten sind auch lediglich Fl\u00fcchtlingen zugeschrieben, andere entsprechen grundlegend nicht wahren Begebenheiten. Es ist klassisches Schubladendenken, das im Fall von Flucht und Migration zu Fremdenhass f\u00fchrt. Dabei zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik, dass wir 2018 die niedrigste Zahl ver\u00fcbter Straftaten seit 1992 hatten. [27] Es kommt auch immer wieder vor, dass Geschichten erfunden werden. [28] Dass diese geglaubt werden, liegt wohl daran, dass pers\u00f6nliche Geschichten oft \u00fcberzeugender als Fakten sind, wie auch schon der politische Berater Frank Luntz in einem Memo bez\u00fcglich George W. Bushs Regierungsstrategie feststellte: \u201eA compelling story, even if factually inaccurate, can be more emotionally compelling than a dry recitation of the truth\u2026\u201c [29]<br><br>Zum Schluss m\u00f6chte ich noch kurz auf die Abwertung von Kindern eingehen. Diese ist psychologisch besonders schwierig, weil das Kindchen-Schema einen Besch\u00fctzerinstinkt in uns weckt. Die meisten Kinderbilder werden \u2013 das muss ich leider eingestehen \u2013 auch eher instrumentalisiert um Mitleid zu erregen. Strategien der Abwertung von Kindern bringen diese in Verbindung mit Kriminalit\u00e4t oder arbeiten mit der Verdrehung von Tatsachen. [30]<br><br>Zu sehen war <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/aylan-kurdi-graffiti-vandalized-in-frankfurt\/a-19350216\" target=\"_blank\">hier<\/a> ein k\u00fcnstlerisches Denkmal f\u00fcr das im Meer ertrunkene Kind Alan Kurdi. Die urspr\u00fcngliche Fotografie ging vielfach durch die Presse, wobei von Hasschreibern oft der Vater als S\u00fcndenbock genutzt wurde, um die Schuld abzuw\u00e4lzen. [31] Hier zu sehen ist nun, wie das Bild beschmiert wurde mit dem Hinweis \u201eGrenzen retten Leben\u201c, also der Forderung die Grenzen zu schlie\u00dfen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt. <br><br>\u201eGrenzen retten Leben\u201c\u2026 Nach allem was Sie gerade \u00fcber die Imagination von Grenzen geh\u00f6rt haben, nach allem, was Sie selbst \u00fcber Grenzen wissen\u2026<br><br>Denken Sie, das stimmt?<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16.5px\"><strong>Verweise<\/strong><br>[1] Anton Pelinka: \u201eDie Grenzen Europas\u201c. In: B. Burtscher-Bechter [Hg.]:&nbsp; <em>Grenzen &amp; Entgrenzungen. Historische &amp; kulturwissenschaftliche \u00dcberlegungen am Beispiel des Mittelmeerraums.<\/em> W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2006, S. 81.<br>[2] Vgl. Michael Hardt: \u201eGrenzen sind imagin\u00e4r\u201c. Entn. <em>michael-hardt<\/em>. &lt;www.michael-hardt.com\/PDF\/design-consultant\/Grenzen_sind_imaginaer.pdf&gt;, 2005,&nbsp; S. 2. <br>[3] Hardt 2005, S. 3<br>[4] Hardt 2005, S. 3<br>[5] Vgl. Ruth Wodak: \u201ePolitik der Angst. Die diskursive Konstruktion von Fremdheit\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S. 34.<br>[6] Wolfgang Benz: \u201eMinderheiten als Katalysatoren der Identit\u00e4t der Mehrheit\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S. 53.<br>[7] Bibliographisches Institut GmbH: \u201eRessentiment, das\u201c. Entn. <em>Duden<\/em>. &lt;https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/ Ressentiment&gt;, 2019.<br>[8] Benz 2017a, S. 54.<br>[9] Bibliographisches Institut: \u201eFeindbild, das\u201d. Entn. <em>Duden<\/em>. &lt;https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Feindbild&gt;, 2019.<br>[10] Vgl. Wodak 2017, S. 34.<br>[11] Vgl. Wodak 2017, S. 38.<br>[12] Klaus Ottomeyer: \u201eAn der Grenze. Unser Umgang mit den Fl\u00fcchtlingen zwischen Mitgef\u00fchl und Abwehr\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S. 184.<br>[13] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 184.<br>[14] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 184.<br>[15] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 184.<br>[16] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 185.<br>[17] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 185.<br>[18] Ottomeyer 2017, S. 180.<br>[19] Benz 2017, S. 59.<br>[20] Ottomeyer 2017, S. 185.<br>[21] Ottomeyer 2017, S. 185f.<br>[22] Ottomeyer 2017, S. 190.<br>[23] Ottomeyer 2017, S. 190.<br>[24] Vgl. Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales: \u201eReform des Asylbewerberleistungsgesetzes\u201c.Entn. <em>Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales<\/em>. &lt;https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2019\/reform-asylbewerberleistungsgesetz.html&gt;.<br>[25] Vgl. Bundesregierung: \u201eRegels\u00e4tze sind gestiegen\u201c. Entn. <em>Bundesregierung<\/em>. &lt;https:\/\/www.bundesregierung. de\/breg-de\/aktuelles\/regelsaetze-sind-gestiegen-1522244&gt;.<br>[26] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 188.<br>[27] Vgl. Bundesministerium des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat: \u201eKriminalit\u00e4t in Deutschland\u201c. Entn. <em>Bundesministerium des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat<\/em>. &lt;https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit \/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/daten-zu-kriminalitaet\/daten-zu-kriminalitaet-node.html&gt;.<br>[28] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 194\/195.<br>[29] Frank Luntz. In: \u201cMemo exposes Bush\u2019s new strategy\u201d, <em>The Guardian<\/em>. &lt;https:\/\/www.theguardian.com\/ environment\/2003\/mar\/04\/usnews.climatechange&gt;, 2003. <br>[30] Vgl. Ottomeyer 2017, S. 191.<br>[31] Vgl. beispielsweise Michael St\u00fcrzenberger: \u201eVater des toten \u201eFl\u00fcchtlings\u201c-Kindes lebte in T\u00fcrkei und wollte f\u00fcr neue Z\u00e4hne nach Europa\u201c. Entn. <em>PI News<\/em>. &lt;http:\/\/www.pi-news.net\/2015\/09\/vater-des-toten-fluechtlings-kindes-lebte-in-tuerkei-und-wollte-fuer-neue-zaehne-nach-europa\/&gt;, 2015.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16.5px\"><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><br>Benz, Wolfgang: \u201eMinderheiten als Katalysatoren der Identit\u00e4t der Mehrheit\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S. 47-63.<br>Bettelheim, Bruno: \u201eThe Ignored Lesson of Anne Frank\u201c, 1960. Entn. <em>Greinerenglish<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"http:\/\/greinerenglish.pbworks.com\/w\/file\/fetch\/95550551\/The%20Ignored%20Lesson%20of%20Anne%20Frank.pdf (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/greinerenglish.pbworks.com\/w\/file\/fetch\/95550551\/The%20Ignored%20Lesson%20of%20Anne%20Frank.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/greinerenglish.pbworks.com\/w\/file\/fetch\/95550551\/The%20Ignored%20Lesson%20of%20Anne%20Frank.pdf<\/a>&gt;, letzter Zugriff: 29.12.2019.<br>Bibliographisches Institut GmbH: \u201eRessentiment, das\u201c. Entn. <em>Duden<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Ressentiment (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Ressentiment\" target=\"_blank\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Ressentiment<\/a>&gt;, 2019. Letzter Zugriff: 09.01.2020.<br>Bibliographisches Institut: \u201eFeindbild, das\u201d. Entn. <em>Duden<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Feindbild (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Feindbild\" target=\"_blank\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Feindbild<\/a>&gt;, 2019. Letzter Zugriff: 09.01.2020.<br>Bundesministerium des Inneren, f\u00fcr Bau und Heimat: \u201eKriminalit\u00e4t in Deutschland\u201c. Entn. <em>Bundesministerium des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit\/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/daten-zu-kriminalitaet\/daten-zu-kriminalitaet-node.html (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit\/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/daten-zu-kriminalitaet\/daten-zu-kriminalitaet-node.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit\/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/daten-zu-kriminalitaet\/daten-zu-kriminalitaet-node.html<\/a>&gt;, letzer Zugriff: 09.01.2020.<br>Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales: \u201eReform des Asylbewerberleistungsgesetzes\u201c.Entn. <em>Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2019\/reform-asylbewerberleistungsgesetz.html (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2019\/reform-asylbewerberleistungsgesetz.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2019\/reform-asylbewerberleistungsgesetz.html<\/a>&gt;. Letzter Zugriff: 19.01.2020.<br>Bundesregierung: \u201eRegels\u00e4tze sind gestiegen\u201c. Entn. <em>Bundesregierung<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regelsaetze-sind-gestiegen-1522244 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regelsaetze-sind-gestiegen-1522244\" target=\"_blank\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regelsaetze-sind-gestiegen-1522244<\/a>&gt;. Letzter Zugriff: 19.01.2020.<br>Burtscher-Bechter, Beate\/Mertz-Baumgartner, Birgit: \u201eDas Mittelmeer im Spannungsfeld zwischen unm\u00f6glichem \u00dcbersetzen &amp; postkolonialen \u00dcbersetzen\u201c. In: Beate Burtscher-Bechter [Hg.]: <em>Grenzen &amp; Entgrenzungen. Historische &amp; kulturwissenschaftliche \u00dcberlegungen am Beispiel des Mittelmeerraums. <\/em>W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2006, S. 49-77.<br>Fischer, Fabian: <em>Die konstruierte Gefahr. Feindbilder im politischen Extremismus<\/em>. Baden-Baden: Nomos, 2018 (Extremismus und Demokratie, Bd. 36).<br>Flohr, Anne-Katrin: <em>Feindbilder in der internationalen Politik<\/em>. M\u00fcnster u.a.: Lit, 1991 (Bonner Beitr\u00e4ge zur Politikwissenschaft, Bd. 2). <br>Hardt, Michael: \u201eGrenzen sind imagin\u00e4r\u201c. Entn. <em>michael-hardt<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"http:\/\/www.michael-hardt.com\/PDF\/design-consultant\/Grenzen_sind_imaginaer.pdf (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.michael-hardt.com\/PDF\/design-consultant\/Grenzen_sind_imaginaer.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.michael-hardt.com\/PDF\/design-consultant\/Grenzen_sind_imaginaer.pdf<\/a>&gt;, 2005. Letzter Zugriff: 02.01.2020.<br>Leggewie, Claus: \u201eHafenst\u00e4dte am Mittelmeer. Zwischen Dekadenz, Nostalgie &amp; Erneuerung\u201c. In: <em>Eurozine<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.eurozine.com\/hafenstadte-am-mittelmeer\/9 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.eurozine.com\/hafenstadte-am-mittelmeer\/9\" target=\"_blank\">https:\/\/www.eurozine.com\/hafenstadte-am-mittelmeer\/9<\/a>&gt;, 2012. Letzer Zugriff: 05.12.2019.<br>Kaiser, Boris T.: \u201eCarola Rackete. Die Schlepper-Kapit\u00e4nin wird zur Heldin\u201c. Entn. <em>Junge Freiheit<\/em>. &lt;https:\/\/jungefreiheit.de\/%20debatte\/kommentar\/2019\/die-schlepper-kapitaenin-wird-zur-heldin\/&gt;, 2019. Letzter Zugriff: 09.01.2020.<br>Luntz, Frank. In: \u201cMemo exposes Bush\u2019s new strategy\u201d, <em>The Guardian<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2003\/mar\/04\/usnews.climatechange (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2003\/mar\/04\/usnews.climatechange\" target=\"_blank\">https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2003\/mar\/04\/usnews.climatechange<\/a>&gt;, 2003. Letzter Zugriff: 09.01.2020.<br>Ottomeyer, Klaus: \u201eAn der Grenze. Unser Umgang mit den Fl\u00fcchtlingen zwischen Mitgef\u00fchl und Abwehr\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S.178-200.<br>Pelinka, Anton: \u201eDie Grenzen Europas\u201c. In: Beate Burtscher-Bechter [Hg.]:&nbsp; <em>Grenzen &amp; Entgrenzungen. Historische &amp; kulturwissenschaftliche \u00dcberlegungen am Beispiel des Mittelmeerraums.<\/em> W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2006, S. 81-96.<br>Schmitz-Emans, Monika: \u201eVom Archipel des reinen Verstandes zur Nordwestpassage. Strategien der Grenzziehung, der Reflexion \u00fcber Grenzen &amp; des \u00e4sthetischen Spiels mit Grenzen\u201c. In: Beate Burtscher-Bechter [Hg.]: <em>Grenzen &amp; Entgrenzungen. Historische &amp; kulturwissenschaftliche \u00dcberlegungen am Beispiel des Mittelmeerraums. <\/em>W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2006, S. 19-48.<br>St\u00fcrzenberger, Michael: \u201eVater des toten \u201eFl\u00fcchtlings\u201c-Kindes lebte in T\u00fcrkei und wollte f\u00fcr neue Z\u00e4hne nach Europa\u201c. Entn. <em>PI News<\/em>. &lt;<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"http:\/\/www.pi-news.net\/2015\/09\/vater-des-toten-fluechtlings-kindes-lebte-in-tuerkei-und-wollte-fuer-neue-zaehne-nach-europa\/ (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.pi-news.net\/2015\/09\/vater-des-toten-fluechtlings-kindes-lebte-in-tuerkei-und-wollte-fuer-neue-zaehne-nach-europa\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.pi-news.net\/2015\/09\/vater-des-toten-fluechtlings-kindes-lebte-in-tuerkei-und-wollte-fuer-neue-zaehne-nach-europa\/<\/a>&gt;, 2015. Letzter Zugriff: 16.01.2020.<br>Wodak, Ruth: \u201ePolitik der Angst. Die diskursive Konstruktion von Fremdheit\u201c. In: Wolfgang Benz [Hg.]: <em>Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt<\/em>. Schwalbach: Wochenschau, 2017, S. 33-46.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Lea Kubisch (vorgetragen am 25.01.2020 als Teil des Workshops \u201eEin fl\u00fcssiger Kontinent? M\u00e9diteran\u00e9e zwischen Fiktion und Realit\u00e4t. Panel 2: Das Mediterraneum als Grenz- und Kulturraum\u201c) Grenzen geh\u00f6ren zur menschlichen Wirklichkeit. 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