{"id":309,"date":"2020-02-01T16:30:10","date_gmt":"2020-02-01T15:30:10","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=309"},"modified":"2020-02-01T16:30:10","modified_gmt":"2020-02-01T15:30:10","slug":"filmimpuls-zu-city-for-sale-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/02\/01\/filmimpuls-zu-city-for-sale-2018\/","title":{"rendered":"filmimpuls. zu CITY FOR SALE (2018)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mittelmeermetropole Barcelona: Zwischen Lebensraum und Massentourismus<\/em><br><em>Filmwissenschaftliche \u00dcberlegungen zum Film &#8222;City for Sale&#8220; von Lydia Frost<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>CITY FOR SALE<\/strong><br>Katalonien | Spanien | 2018 | Regie: Laura Alvarez | 82 Min | Dokumentarfilm<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wohin soll der\nn\u00e4chste Sommerurlaub gehen? Vielleicht auf eine griechische Insel? Ein\nSt\u00e4dtetrip nach Venedig? Oder doch lieber eine Kreuzfahrt entlang der Adria?\nDas Mittelmeer ist und bleibt eines der begehrtesten Reiseziele f\u00fcr Touristenstr\u00f6me\naus aller Welt. Eine Studie des Deutschen Tourismusverbands zum Reiseverhalten\nder Deutschen im Jahr 2018 legt offen, dass die Liste der beliebtesten\nausl\u00e4ndischen Urlaubziele von Spanien, Italien und der T\u00fcrkei \u2013 also alles\nL\u00e4nder des Mittelmeerraums \u2013 angef\u00fchrt wird.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch der katalanische Dokumentarfilm <em>City for Sale<\/em> (2018) der\nRegisseurin Laura Alvarez befasst sich mit der Thematik Massentourismus und den\nFolgen, die dieser auf die Bewohner der Stadt Barcelona hat.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> F\u00fcr\ndas Jahr 2018 verzeichnet Barcelona rund 16 Millionen Besucher bei einer\nEinwohnerzahl von 1,6 Millionen \u2013 das sind fast doppelt so viele wie noch im\nJahr 2010.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Bei <em>City\nfor Sale<\/em>, der auf dem Festival de M\u00e1laga und dem DocsBarcelona zum ersten\nMal gezeigt wurde \u2013 und nun auch als Deutschlandpremiere im Rahmen der 12.\nMittelmeer-Filmtage l\u00e4uft \u2013 handelt es sich um Laura Alvarez\u2018 ersten\nDokumentarfilm in Spielfilml\u00e4nge.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Zwei\nJahre lang begleitet die Regisseurin daf\u00fcr vier Familien aus Barcelona \u2013 Montse\nund Joan, Mai und Pepi, Carolina sowie Jordi \u2013 und zeigt auf, mit welchen Problemen\ndie Bewohner der Touristenmetropole zu k\u00e4mpfen haben:<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Die\nZweckentfremdung von Wohnungen, die Vertreibung aus dem eigenen Zuhause,\ngesundheitliche Sch\u00e4den, Depressionen und unzumutbare Lebensumst\u00e4nde sind nur\neinige der schwerwiegenden Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Ausf\u00fchrungen sollen drei Thesen zum Film <em>City for\nSale<\/em> dargelegt werden. In diesem Zuge sollen au\u00dferdem die Geschichte des\nMassentourismus sowie Techniken des (Dokumentar-)Films n\u00e4her beleuchtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Filme nutzen verschiedene Strategien, um ihre Zuschauer zu beeinflussen\nund um eine Wirkung zu erzielen. Die \u2013 teils genreabh\u00e4ngigen \u2013 Bauformen des\nFilms lassen sich in \u201efilmanalytisch ergiebige Kategorien\u201c<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>, wie beispielsweise\nEinstellungsgr\u00f6\u00dfen, Musik und Kameraf\u00fchrung, unterteilen und sind oft\nunumg\u00e4nglich f\u00fcr eine tiefgreifende Analyse der Filmessenz. An dieser Stelle\nl\u00e4sst sich die erste Beobachtung \u2013 und damit die erste These \u2013 zum Film formulieren:\nDurch den Einsatz spezifischer Erz\u00e4hltechniken des Dokumentarfilms gelingt es <em>City\nfor Sale<\/em>, dem Zuschauer die Problematik Massentourismus n\u00e4herzubringen.\nBevor jedoch auf die konkreten technischen und stilistischen Gestaltungsmittel\ndes Films eingegangen wird, soll zun\u00e4chst ein historischer Blick auf das\nPh\u00e4nomen Massentourismus geworfen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Expansion des Massentourismus, wie sie heute zu beobachten ist,\nbeginnt bereits in den 1970er Jahren.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>\nEinkommenssteigerungen, technische Fortschritte im Flugverkehr, die Entwicklung\neiner professionellen Tourismusbranche, aber vor allem die Erfindung der\nPauschalreise tragen zu einer Steigerung der j\u00e4hrlichen Urlaubsreisen bei.\nW\u00e4hrend vor 1970 noch \u00d6sterreich und Italien zu den beliebten Reisezielen der Westdeutschen\nz\u00e4hlen, erm\u00f6glicht es die schnellere und immer g\u00fcnstiger werdende Anreise mit\ndem Flugzeug nun, auch weiter entfernte L\u00e4nder wie Spanien problemlos zu erreichen.\nVielseitige Angebote der Reiseveranstalter, wie z.B. voll-organisierte Tagesausfl\u00fcge,\nziehen immer mehr Besucher an. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1990 hat sich die Zahl der Touristen in der katalanischen Hauptstadt\nBarcelona verzehnfacht.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Insbesondere\nder Kreuzfahrten-Boom, die F\u00f6rderung des Massentourismus durch inl\u00e4ndische\nTourismusindustrien und der daraus resultierende Wettbewerb zwischen den\nAnrainerstaaten des Mittelmeers sind f\u00fcr die steigenden Besucherzahlen\nverantwortlich.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Dabei zerst\u00f6ren Touristifikation\nund Gentrifizierung den Lebensraum der einheimischen Bewohner.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die sozialen Probleme der Anwohner als Folge des Massentourismus\nm\u00f6chte Laura Alvarez mit ihrem Dokumentarfilm<em> City for Sal<\/em>e aufmerksam\nmachen. Dabei k\u00f6nnen bestimmte Erz\u00e4hltechniken ma\u00dfgeblich dazu beitragen, die\nProblematik zu visualisieren und das Publikum zu sensibilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der zentralen Stilprinzipien in <em>City for Sale<\/em> ist der\nEinsatz von Gro\u00df- und Nahaufnahmen der Protagonisten. Die Einstellungsgr\u00f6\u00dfen\nverringern die Distanz zwischen Beobachter und beobachtetem Subjekt und\ngenerieren so ein Gef\u00fchl der N\u00e4he zu den Menschen und ihren pers\u00f6nlichen\nSchicksalen. Neben den Einstellungsgr\u00f6\u00dfen spielt auch der formale Aufbau des\nBildes eine wichtige Rolle. H\u00e4ufig sind die Protagonisten im Bildzentrum\npositioniert, wodurch die Aufmerksamkeit des Rezipienten unmittelbar auf die Betroffenen\ngelenkt wird. \u00dcberdies zeigt die Kamera die Akteure mehrfach von hinten und\nbegleitet sie so durch das Geschehen. Der Zuschauer wird in die Rolle des\nBegleiters hineinversetzt und dazu aufgefordert, die Geschichten der Einwohner Barcelonas\nzu verfolgen. Au\u00dferdem erlaubt die Positionierung der Kamera, die Auswirkungen\ndes Massentourismus aus den Augen der Leidtragenden zu erleben. Mitunter dient\nauch die Kameraf\u00fchrung der Vermittlung der Thematik. Der vermehrte Einsatz der\nHandkamera, welche sich durch leichte Bewegungen des Bildes auszeichnet,\nerzeugt ein \u201aRealit\u00e4tsgef\u00fchl\u2018 und unterstreicht damit die Tats\u00e4chlichkeit und\nDringlichkeit der Problematik.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Mittel, dessen sich der Film bedient, ist die Montage.\nBeispielhaft l\u00e4sst sich hierzu eine Szene anf\u00fchren, in der Jordi in einem\nTouristenbus sitzt. Die Montage kurzer Einstellungen, die Jordi aus\nunterschiedlichen Perspektiven zeigt, tr\u00e4gt zur Charakterisierung des\nProtagonisten bei. Das die Montage begleitende Voice-Over, in dem Jordi \u00fcber\ndie negativen Konsequenzen des Tourismus und mangelnde L\u00f6sungsans\u00e4tze seitens\nder Regierung spricht, bekr\u00e4ftigt eine Sympathielenkung, wobei Empathie und\nMitleid f\u00fcr Jordi und seine Situation geweckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch <em>City for Sale<\/em> operiert nicht nur auf visueller Ebene, auch die\nEbene des Auditiven ist bedeutungsgenerierend. Die weitgehend unver\u00e4nderten\nDialoge zwischen den dargestellten Personen, welche auch allt\u00e4gliche\nBelanglosigkeiten enthalten, tragen zum Realit\u00e4tseindruck des Geschehens bei.\nAnders als beim fiktionalen Film zeigt der Dokumentarfilm dem Betrachter unvorbereitete\nGespr\u00e4che und reale Konversationen. Zuletzt fungiert auf der auditiven Ebene\ndie in <em>City for Sale<\/em> minimal gehaltene musikalische Untermalung. Da der\nDokumentarfilm ohne eine Erz\u00e4hlerstimme auskommt und stimmlich nur \u00fcber die\nDialoge und Aussagen der Protagonisten erz\u00e4hlt, wird die Musik in Momenten des\nSchweigens zu einem wesentlichen Stilmittel. Die ruhige, unterschwellige Hintergrundmusik\nwird dabei vor allem w\u00e4hrend Montagen eingesetzt. H\u00e4ufig verzichtet der Film\naber auch ganz auf einen musikalischen Rahmen, wodurch die visuelle Darstellung\nder Thematik in den Mittelpunkt ger\u00fcckt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur die Bewohner Barcelonas, sondern auch die Stadt selbst ist von\nder Touristifikation betroffen. Hier soll die zweite These der vorliegenden\nAusf\u00fchrungen ihren Ausgang nehmen: Die Stadt\nBarcelona fungiert als weiterer eigenst\u00e4ndiger Hauptakteur in <em>City\nfor Sale. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Erneut tragen spezifische Bauformen des Dokumentarfilms, wie etwa die\nEinstellungsl\u00e4ngen, zur Charakterisierung der Stadt als Protagonist bei. <em>City\nfor Sale<\/em> konfrontiert das Publikum wiederholt mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langen\nEinstellungen, wenn ihm Stadtbilder mit Menschenmengen und belebten Stra\u00dfen\ngezeigt werden. Auch die <em>establishing shots<\/em> einzelner Szenen zur\nFestlegung des Handlungsorts lassen die Erschlie\u00dfung des Raumes \u201aBarcelona als\nLebensraum\u2018 zu. <\/p>\n\n\n\n<p>Kontr\u00e4r zu den bereits erw\u00e4hnten Gro\u00df- und Nahaufnahmen der Protagonisten\nstehen zudem viele Totalen, welche dem Zuschauer einen Einblick in das\nst\u00e4dtische Treiben der Mittelmeermetropole geben. Die Relevanz, welche den\nKameraeinstellungen und -bewegungen hier zugeschrieben wird, etabliert die\nStadt Barcelona als eigentlichen Hauptakteur des Films. Nicht minder bedeutsam\nist hierbei der Filmtitel, f\u00fcr den die Gro\u00dfstadt die namensgebende Funktion\nerf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die naturalistische und \u00fcberwiegend unverf\u00e4lschte Ger\u00e4uschkulisse\nunterstreicht diese Wirkung: Baul\u00e4rm, Stra\u00dfenger\u00e4usche, das L\u00e4uten von\nKirchenglocken, die Gespr\u00e4che der Touristen, die Rufe der Protestanten, das\nTrommeln des Regens \u2013 sie alle stellen charakteristisch das Alltagsleben in\nBarcelona dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mittelmeerraum besitzt einen ambivalenten Charakter. Auf der einen\nSeite symbolisiert er den Lebensraum der dort ans\u00e4ssigen Menschen, die schon\nihr ganzes Leben am Mittelmeer verbracht haben. Auf der anderen Seite ist er\nzum \u00fcberaus popul\u00e4ren Reiseziel unz\u00e4hliger Urlauber geworden. Vor diesem\nHintergrund soll nun die dritte und letzte These zum Film aufgestellt werden: <em>City\nfor Sale<\/em> bildet ebendiese Ambiguit\u00e4t des Mittelmeerraums als Lebensraum\neinerseits und als Urlaubsziel andererseits am Beispiel der Stadt Barcelona ab.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Ambiguit\u00e4t, also Zweideutigkeit, entsteht h\u00e4ufig dort, wo zwei Perspektiven\naufeinandertreffen. Auch das Mittelmeer vereint zwei Perspektiven, die David Abulafia\ntreffend als \u201eZusammenprall der Kulturen\u201c<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>\nbeschreibt: die Perspektive der Einheimischen, die das Mittelmeer als ihren Wohn-\nund Lebensraum wahrnehmen und die der Touristen, die das Mittelmeer als Urlaubsziel\nund Ort der Entspannung empfinden. Exemplarisch pr\u00e4sentiert <em>City for Sale<\/em>\ndiese Ambivalenz beispielsweise, als Montse sich mit ihrem Rollwagen durch\nfotografierenden Touristenmassen dr\u00e4ngen muss, um ihren t\u00e4glichen Einkauf auf\ndem Markt zu erledigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Massentourismus ist f\u00fcr die Anrainerstaaten des Mittelmeers eine\nbedeutende Einnahmequelle, weswegen die Tourismusindustrie in vielen L\u00e4ndern\nMa\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung dieses Wirtschaftszweiges ergreift. Damit einher gehen in\nden beliebten Reisezielen h\u00e4ufig Preiserh\u00f6hungen und steigende Mieten, von\ndenen auch die Einheimischen betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit der Tourismusf\u00f6rderung werden vielerorts neue Jobs\ngeschaffen. Was zun\u00e4chst als positive Entwicklung erscheint, wird bei genauerem\nHinsehen aufgelichtet: Die neu entstandenen Jobs durch den Massentourismus sind\nmeist zeitlich begrenzt und werden extrem schlecht bezahlt.<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt, in dem der ambivalente Charakter des Mittelmeerraums\nsichtbar wird, ist die Wohnungssituation in vielen Gro\u00dfst\u00e4dten. Zur\nUnterbringung der Touristenfluten entstehen zahlreiche neue Ferienwohnungen,\nApartments und Hotels. Dazu werden meist schon bestehende Wohnungen umgewandelt\nund ihre eigentlichen Bewohner vertrieben. Neue \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr\ndie eine Seite bedeuten Wohnungsverluste f\u00fcr die andere Seite. Auch <em>City for\nSale<\/em> thematisiert die problematische Wohnsituation in Barcelona. Die\nAmbiguit\u00e4t der Lage wird am Beispiel des Protagonisten Jordi sichtbar: Der\nWohnkomplex, in dem Jordi bereits sein ganzes Leben lang wohnt, wurde in ein\nHotel umgewandelt. Im Gegensatz zu den anderen Anwohnern des Geb\u00e4udes l\u00e4sst\nsich Jordi jedoch nicht vertreiben. Er lebt nach wie vor in seiner Wohnung \u2013 umgeben\nvon nummerierten Hotelzimmern, einer Rezeption im Eingangsbereich und st\u00e4ndig\nwechselnden Nachbarn. <\/p>\n\n\n\n<p>Daneben z\u00e4hlt auch die verheerende Umweltbelastung zu den Auswirkungen\ndes Massentourismus. Kreuzfahrten werden immer beliebter und gelten als\nbesonders komfortable Form des Reisens f\u00fcr Touristen. Die Folge des Aufschwungs\nder Kreuzfahrtreisen ist eine erhebliche Wasser- und Luftverschmutzung, woraus\nwiederum \u2013 zum Teil schwere \u2013 gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigungen der Hafenstadt-Bewohner\nresultieren. W\u00e4hrend immer mehr Luxus und Komfort auf den Kreuzfahrtschiffen zu\nhaben ist, kommt es zu einer kontinuierlich sinkenden Lebensqualit\u00e4t der\nEinheimischen in ihrem eigenen Zuhause.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Situation in Barcelona und anderen touristischen\nUrlaubszielen der Mittelmeerregion ist f\u00fcr viele Bewohner nicht mehr hinnehmbar.\nWas kann also getan werden? In vielen Touristen-Hochburgen haben die Anwohner\nschon vor einiger Zeit begonnen, aktiv gegen den Besucheransturm zu\nprotestieren. So auch in Barcelona: Gegen Ende des Films zeigt <em>City for Sale<\/em>\nBilder von Protestanten, die mit Rufen und erhobenen Schildern durch die\nInnenstadt ziehen. \u201aStop mass\ntourism\u2018, \u201aAbolish all tourist apartments\u2018 und \u201aLa Barceloneta is a neighborhood,\nnot a holiday resort\u2018 steht auf den Plakaten geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Politik f\u00e4ngt an, mit Ma\u00dfnahmen auf den Massentourismus zu\nreagieren. In Barcelona wurde bereits angeordnet, \u201edie Wohnungspolitik, die\nRegulierung des Immobiliensektors und Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Touristikbranche\nin den Mittelpunkt der Kommunalpolitik\u201c<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> zu\nstellen. So musste beispielsweise das Vermietungsunternehmen Airbnb eine Strafe\nin H\u00f6he von 600 000 Euro zahlen, nachdem es sich neuen Bestimmungen zur\nBeschr\u00e4nkung der Vermietung von Privatwohnungen entzogen hat.<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Doch dies ist bei Weitem noch nicht genug, um dem Leiden der Anwohner ein\nEnde zu setzen. Weitere Ma\u00dfnahmen und eine aktive Einschr\u00e4nkung des Tourismus\nsind von N\u00f6ten, um eine dauerhafte L\u00f6sung zu erzielen. \u201e[W]eg vom\nBillig-Party-, hin zum Qualit\u00e4ts-Bildungs-Tourismus\u201c<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> soll\nder neue Weg dabei lauten. Bevor nun also die n\u00e4chste Reise gebucht wird,\nsollten wir alle kurz innehalten und \u00fcberlegen, <em>wie<\/em> wir unseren Urlaub\nverbringen wollen \u2013 der Umwelt und den Einheimischen zuliebe.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. \u201eZahlen \u2013 Daten \u2013\nFakten 2018,\u201c Deutscher Tourismusverband&nbsp;&nbsp; \nDTV, letzter Zugriff am 27.01.2020,\nhttps:\/\/www.deutschertourismusverband.de\/fileadmin\/Mediendatenbank\/Bilder\/Presse\/Presse_PDF\/ZDF_2018_Web.pdf.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a>\nVgl. Laura Alvarez, <em>City for Sale<\/em> (Katalonien: Bausan Films, 2018,\nVimeo).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Vgl. \u201e\u201aTourist go home\u2018 \u2013 Massentourismus\n\u00fcberrollt Barcelona,\u201c 13.08.2019, YouTube Video, 02:40, https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bP3e1bfoOKA.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Vgl. \u201eLaura Alvarez Soler. Documentary\nfilmmaker &amp; multimedia producer,\u201c Laura Alvarez Soler, letzter Zugriff am\n27.01.2020, https:\/\/www.lauraalvarezsoler.com\/about.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. \u201eCity for Sale. A documentary film about\nthe consequences of mass tourism in Barcelona,\u201c Bausan Films, letzter Zugriff\nam 27.01.2020, http:\/\/www.cityforsalefilm.com\/ENG\/ENGdocumental.html.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a>\nWerner Faulstich, <em>Grundkurs Filmanalyse<\/em> (Paderborn: Wilhelm Fink, 2013),\n117.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Vgl. zu diesem Abschnitt\nSina Fabian, \u201eMassentourismus und Individualit\u00e4t. Pauschalurlaube westdeutscher\nReisender in Spanien w\u00e4hrend der 1970er- und 1980er Jahre,\u201c <em>Zeithistorische\nForschungen\/ Studies in Contemporary History<\/em>. 13 (2016): 61-85, https:\/\/doi.org\/10.14765\/zzf.dok-1416.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Vgl. Thomas Urban,\n\u201eBarcelona wehrt sich gegen die Touristenflut,\u201c <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>,\n28.02.2017, letzter Zugriff am 27.01.2020, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/spanien-barcelona-wehrt-sich-gegen-die-touristenflut-1.3390503.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Vgl. Alexis Marrant, <em>Mittelmeer in\nGefahr<\/em> (Frankreich: arte, 2017). <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> David Abulafia, \u201eEin\nglobalisiertes Mittelmeer: 1900-2000,\u201c in <em>Mittelmeer. Kultur und Geschichte<\/em>,\nhg. von ders. (Stuttgart: Belser, 2003), 309.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Vgl. Till Bartels, \u201eHass auf\nSpanienurlauber \u2013 deshalb sind die Einheimischen so w\u00fctend,\u201c <em>stern<\/em>,\n05.08.2017, letzter Zugriff am 27.01.2020,\nhttps:\/\/www.stern.de\/reise\/europa\/spanien&#8211;der-tourismusboom-schafft-nur-fake-jobs-7566322.html.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Urban, \u201eBarcelona wehrt sich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Vgl. Thomas Urban, \u201eBarcelona geht\ngegen den Massentourismus an,\u201c <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>, 13.03.2018, letzter\nZugriff am 27.01.2020, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/spanien-barcelona-geht-gegen-den-massentourismus-an-1.3895599.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Urban, \u201eBarcelona wehrt sich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Literatur und Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abulafia, David. \u201eEin globalisiertes Mittelmeer: 1900-2000.\u201c In <em>Mittelmeer.\nKultur und Geschichte<\/em>, hg. von ders., 283-312. Stuttgart: Belser, 2003.<\/p>\n\n\n\n<p>Alvarez, Laura, Reg. <em>City for Sale<\/em>. Katalonien: Bausan Films, 2018, Vimeo,\n82 Min.<\/p>\n\n\n\n<p>Bartels, Till. \u201eHass\nauf Spanienurlauber \u2013 deshalb sind die Einheimischen so w\u00fctend.\u201c <em>stern<\/em>, 05.08.2017, letzter Zugriff am\n27.01.2020, https:\/\/www.stern.de\/reise\/europa\/spanien&#8211;der-tourismusboom-schafft-nur-fake-jobs-7566322.html.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCity for Sale. A\ndocumentary film about the consequences of mass tourism in Barcelona,\u201c Bausan\nFilms, letzter Zugriff am 27.01.2020, http:\/\/www.cityforsalefilm.com\/ENG\/ENGdocumental.html.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabian, Sina. \u201eMassentourismus und Individualit\u00e4t. Pauschalurlaube\nwestdeutscher Reisender in Spanien w\u00e4hrend der 1970er- und 1980er Jahre.\u201c <em>Zeithistorische\nForschungen\/ Studies in Contemporary History<\/em> 13, Nr. 1 (2016): 61-85, https:\/\/doi.org\/10.14765\/zzf.dok-1416.<\/p>\n\n\n\n<p>Faulstich, Werner. <em>Grundkurs Filmanalyse<\/em>. 3. aktualisierte\nAufl. Paderborn: Wilhelm Fink, 2013[2002].<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLaura Alvarez Soler. Documentary filmmaker &amp; multimedia\nproducer,\u201c Laura Alvarez Soler, letzter Zugriff am 27.01.2020, https:\/\/www.lauraalvarezsoler.com\/about.<\/p>\n\n\n\n<p>Marrant, Alexis, Reg. <em>Mittelmeer\nin Gefahr<\/em>. Frankreich: arte, 2017, Ges. am 09.07.2019, arte, 95 Min.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u201aTourist go home\u2018 \u2013 Massentourismus \u00fcberrollt Barcelona.\u201c\nTagesschau-Bericht von Stefan Schaaf, 13.08.2019, YouTube Video, 05:01, https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bP3e1bfoOKA.<\/p>\n\n\n\n<p>Urban, Thomas. \u201eBarcelona\nwehrt sich gegen die Touristenflut.\u201c <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>, 28.02.2017, letzter\nZugriff am 27.01.2020,\nhttps:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/spanien-barcelona-wehrt-sich-gegen-die-touristenflut-1.3390503.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2014. \u201eBarcelona geht gegen\nden Massentourismus an.\u201c <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>, 13.03.2018, letzter\nZugriff am 27.01.2020, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/spanien-barcelona-geht-gegen-den-massentourismus-an-1.3895599.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZahlen \u2013 Daten \u2013 Fakten 2018,\u201c Deutscher Tourismusverband DTV,\nletzter Zugriff am 27.01.2020, https:\/\/www.deutschertourismusverband.de\/fileadmin\/Mediendatenbank\/Bilder\/Presse\/Presse_PDF\/ZDF_2018_Web.pdf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittelmeermetropole Barcelona: Zwischen Lebensraum und MassentourismusFilmwissenschaftliche \u00dcberlegungen zum Film &#8222;City for Sale&#8220; von Lydia Frost CITY FOR SALEKatalonien | Spanien | 2018 | Regie: Laura Alvarez | 82 Min | Dokumentarfilm Wohin soll der n\u00e4chste Sommerurlaub gehen? Vielleicht auf eine griechische Insel? Ein St\u00e4dtetrip nach Venedig? Oder doch lieber eine Kreuzfahrt entlang der Adria? 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