{"id":337,"date":"2020-02-02T21:22:09","date_gmt":"2020-02-02T20:22:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=337"},"modified":"2020-02-02T21:26:13","modified_gmt":"2020-02-02T20:26:13","slug":"filmkritik-luomo-che-compro-la-luna-der-mann-der-den-mond-kaufte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/02\/02\/filmkritik-luomo-che-compro-la-luna-der-mann-der-den-mond-kaufte\/","title":{"rendered":"Filmkritik: L&#8217;UOMO CHE COMPR\u00d3 LA LUNA (Der Mann, der den Mond kaufte)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Carla Pollak<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>L&#8217;UOMO CHE COMPR\u00d3 LA LUNA (Der Mann, der den Mond kaufte)<\/strong><br>Italien 2018 | Regie: Paolo Zucca | Spielfilm<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>Ein heiterer und am\u00fcsanter Film, in dem sich Poesie und Farce gekonnt die Waage halten.  <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Zitat stammt aus dem diesj\u00e4hrigen Programmheft der 12. Mittelmeer-Filmtage und k\u00f6nnte Paolo Zuccas Film <em>L&#8217;UOMO CHE COMPR\u00d3 LA LUNA<\/em> kaum treffender beschreiben. Es passt wortw\u00f6rtlich wie die Faust aufs Auge. Und mit einer solchen Faust wird der Zuschauer den ganzen Film lang immer wieder konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wenn wir denken, wir wissen, welchen Weg die Handlung einschlagen wird, m\u00fcssen wir durch eine pl\u00f6tzliche Wendung, die uns wie eine Faust ins Gesicht trifft, immer wieder feststellen, dass wir eigentlich keine Ahnung haben. Damit sind wir aber nicht alleine. Auch der Protagonist des Films, ein junger Mail\u00e4nder mit sardischen Wurzeln, wei\u00df nicht, was auf ihn zukommt, als er eines Tages wegen seiner Herkunft von den italienischen Beh\u00f6rden ausgew\u00e4hlt wird, einen \u00e4u\u00dferst absurden Fall zu l\u00f6sen. Irgendjemand auf der Insel Sardinien hat den Mond gekauft und steht damit in direkter Konkurrenz zu den Amerikanern! Der Dieb muss gefunden und ausgeschaltet werden!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem an der Sache: Unser Agent hat deshalb so wenig Ahnung wie wir, weil er den Bezug zur Insel und damit auch zu ihren kulturellen Gepflogenheiten und ihrer Identit\u00e4t verloren hat. Um diesen Missstand zu beseitigen, wird er in der ersten H\u00e4lfte des Films in die Lehre eines alten Sarden geschickt, der ihm die Br\u00e4uche der einheimischen Bev\u00f6lkerung zeigt. (Auch hier kommen nicht selten F\u00e4uste zum Einsatz.) <\/p>\n\n\n\n<p>Die Br\u00e4uche wirken zun\u00e4chst unsinnig und \u00fcberzeichnet. Doch auf Sardinien helfen sie unserem Agenten am Ende tats\u00e4chlich dabei sich den Dorfbewohnern anzun\u00e4hern und den Dieb ausfindig zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zucca spielt virtuos mit Vorurteilen und Stereotypen, bringt uns damit aber gleichzeitig Traditionen einer der bekanntesten Inseln Italiens n\u00e4her. So f\u00fchren uns alle Wege schlie\u00dflich zur\u00fcck zum Hauptmotiv des Films: dem Mond (italienisch: la luna). Auf Sardinien wird er als weibliche G\u00f6ttin verehrt. Italienische Frauen blicken noch heute auf sein Spiegelbild im Wasser und w\u00fcnschen sich ein Kind.<\/p>\n\n\n\n<p>Inseln besitzen meist eine ganz eigene Identit\u00e4t. Einen Zugang zu dieser Identit\u00e4t zu finden, ist f\u00fcr uns Au\u00dfenstehenden nicht leicht. Zucca schafft es, uns diesen mit seinem Film zu geben. Er l\u00e4sst uns mit viel Witz und Humor in die Welt Sardiniens eintauchen, die wir am Ende eigentlich gar nicht mehr verlassen wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carla Pollak L&#8217;UOMO CHE COMPR\u00d3 LA LUNA (Der Mann, der den Mond kaufte)Italien 2018 | Regie: Paolo Zucca | Spielfilm Ein heiterer und am\u00fcsanter Film, in dem sich Poesie und Farce gekonnt die Waage halten. Das Zitat stammt aus dem diesj\u00e4hrigen Programmheft der 12. 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