{"id":63,"date":"2020-01-16T15:24:46","date_gmt":"2020-01-16T14:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=63"},"modified":"2020-02-02T09:47:53","modified_gmt":"2020-02-02T08:47:53","slug":"workshopmittelmeer-filmtage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/01\/16\/workshopmittelmeer-filmtage\/","title":{"rendered":"Workshop@Mittelmeer-Filmtage"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Karolin Tybus und Natascha Herr<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p>Idee, Konzeption und Durchf\u00fchrung des Workshops:<br>Nicoletta Kolmeder,  Mark Luxenhofer <br>Patryk Maciejewski,  Lea Kubisch <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>\u201eEin fl\u00fcssiger Kontinent? <\/strong><br><strong>M\u00e9diteran\u00e9e zwischen Fiktion und Realit\u00e4t\u201c <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Vortragsreihe beleuchtet den\nMittelmeerraum als Ort der politischen und historischen Zwischenwelten, der von\ndauerhaften Konflikten zwischen \u00d6konomie und Kultur gepr\u00e4gt ist. Der Fokus\nliegt dabei auf k\u00fcnstlerischen Konzepten, die sich mit dieser Kontroverse\nauseinandersetzen sowie dem philosophischen Konzept der Grenze im Medium Film.\nJedes Panel enth\u00e4lt zwei Vortr\u00e4ge von Studierenden der Film- und\nMedienkultur-Forschung und einen Gastvortrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Panels sind thematisch\nfolgenderma\u00dfen festgelegt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>PANEL 1: <\/strong><br><strong>(FILM-)GESCHICHTE UND (FILM-)LANDSCHAFT DES MITTELMEERS<\/strong><br><strong>23. Januar 2020 18 \u2013 22:00 Uhr, PIXEL<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201eFilmlandschaft und Kulissen Italiens &#8211; <\/strong><br><strong>Zwischen Hollywood und Heimatgef\u00fchl\u201c<\/strong><br>Vortrag von Nicoletta Kolmeder (LMU) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201eDas Mittelmeer als Begegnungsraum. <\/strong><br><strong>Kulturelle Spannungen in den Filmen von Roberto Rosselini\u201c<\/strong><br>Vortrag von Mark Luxenhofer (LMU) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201eMediterranismus oder Poetische Rekonfigurationen <\/strong><br><strong>des Mittelmeeres in Literatur und Film\u201c<\/strong><br>Vortrag von Prof. Dr. Tomislav Zeli\u0107 (Universit\u00e4t Zadar, Kroatien) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><br><strong>PANEL 2: <\/strong><br><strong>DAS MITTELMEER ALS GRENZ- UND KULTURRAUM<\/strong><br> <strong>25. Januar 2020 18 \u2013 22:00 Uhr, PIXEL<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201eZwischen Be- und Entgrenzung. <\/strong><br><strong>Das Paradox Mittelmeer(Raum)\u201c<\/strong><br> Vortrag von Patryk Maciejewski (LMU) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201ePerspektiven. <\/strong><br><strong>Zur Realit\u00e4t und Imagination von Grenzen\u201c<\/strong><br>Vortrag von Lea Kubisch (LMU)  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>\u201eSpanische Meeresimaginarien: <\/strong><br><strong>Gesellschaftskritik und Mythenbildung\u201c <\/strong><br>Vortrag von Dr. Romana Radlwimmer (Universit\u00e4t T\u00fcbingen)<br><\/p>\n\n\n\n<p> <br><strong>Warum habt ihr euch f\u00fcr einen Workshop entschieden bzw. wie seid ihr auf das Format gekommen?<\/strong><br><em>Patryk<\/em>: Ich vermute, weil wir einen gewissen Hang zum Theoretisch-Wissenschaftlichen haben und uns im Rahmen der Mittelmeer-Filmtage mit den philosophischen und kulturellen Aspekten des Mittelmeers auseinandersetzen wollten. Das Format Workshop bietet sich hier durchaus an, da man den Zuschauern zus\u00e4tzlich theoretisches Hintergrundwissen mitgeben kann, welches idealerweise zu einer umfassenderen filmischen Erfahrung beitr\u00e4gt. <br><em>Nicoletta<\/em>: Zuerst war ich sehr unentschlossen, denn alle Projekte waren wirklich interessant. Ich wollte aber dann doch an einem Projekt arbeiten, das theoretischer ist, da ich mich f\u00fcr dieses Format durch den Studiengang am besten vorbereitet gef\u00fchlt habe. Ich war aber auch neugierig auf die praktischen Arbeiten meiner Kommilitonen. Darum habe ich das Dokumentarfilm-Projekt f\u00fcr die Mittelmeer-Filmtage ein bisschen w\u00e4hrend den Dreharbeiten unterst\u00fctzt, was mir sehr viel Spa\u00df gemacht hat. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie seid ihr bei eurer individuellen Themenfindung vorgegangen? Ist sie euch schwergefallen?<\/strong><br><em>Nicoletta<\/em>: Am Anfang ist mir die Themenfindung schon schwergefallen. Das Thema Mittelmeer bietet riesige Auswahlm\u00f6glichkeiten, aber nichts, womit ich mich film- oder medienwissenschaftlich schon tiefer befasst h\u00e4tte und woran ich direkt ankn\u00fcpfen k\u00f6nnte. Ich habe mich also einfach auf die Suche gemacht und konnte mich recht schnell f\u00fcr ein Thema begeistern. Ich wollte vor allem den filmischen Aspekt mit dem Raum selbst verbinden. <br><em>Mark<\/em>: Ich wollte unbedingt etwas Filmhistorisches machen, da ich es schade fand, dass kein Klassiker im Programm der Mittelmeer-Filmtage war. Ich habe dann \u00fcberlegt, welche Filme aus dem Mittelmeerraum am besten zur Thematik des Panels passen und habe mich dann f\u00fcr Rossellinis Werk entschieden \u2013 auch, weil ich erst vor kurzem wieder eine kleine pers\u00f6nliche Retrospektive von ihm gemacht habe. <br><em>Patryk<\/em>: Als ich mich das erste Mal konzeptuell mit dem Mittelmeerraum besch\u00e4ftigt habe, sind mir die unterschiedlichen, teilweise entgegengesetzten Denkans\u00e4tze und Grenzauffassungen besonders aufgefallen. Ich wollte herausfinden, wie ein und derselbe Raum auf so viele Arten verstanden werden kann. Dementsprechend habe ich meinen Vortrag nach dieser Fragestellung ausgerichtet. <br><em>Lea<\/em>: Ich fand die Vorstellung von Grenzen und Feindbildern schon immer faszinierend, da Menschen bereit sind, im Namen beider fast unmenschliche Dinge zu tun. Dabei sind die meisten Grenzen und Feindbilder fast ausschlie\u00dflich imagin\u00e4r, bzw. \u2013 umgangssprachlich ausgedr\u00fcckt \u2013 Hirngespinste.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurze Zusammenfassung der jeweiligen Workshop-Themen\/Schwerpunkte<\/strong><br><em>Nicoletta<\/em>: Der Film und seine Darstellungen sind immer zu einem gewissen Grad fiktiv. Wie fiktiv sind also seine Kulissen und Drehorte im Hinblick dessen, was sie darstellen? Diese Fragen sollen am Beispiel Italien betrachtet werden. Der Vortrag f\u00fchrt medienwissenschaftlich in die Entwicklung und Funktion der Drehorte und Kulissen ein und bietet einen filmhistorischen \u00dcberblick dieser im italienischen Raum. Zudem wird untersucht, ob Darstellungen durch nationale und internationale Filme die Landschaft und Kultur Italiens selbst beeinflussen, beispielsweise durch verst\u00e4rkten Tourismus, der sich auf bestimmte Filme zur\u00fcckzuf\u00fchren l\u00e4sst. <br><em>Mark<\/em>: Mein Vortrag erforscht das Schaffen des italienischen Regisseurs Roberto Rossellini. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, wie Rossellini das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen im Mittelmeerraum verhandelt. Dabei steht vor allem die filmische Umsetzung des Raumes im Vordergrund. Von \u201eRom, offene Stadt\u201c bis zu \u201eReise in Italien\u201c, Rossellinis Filme zeichnen sich durch eine f\u00fcr Rossellini charakteristische Raumgestaltung aus, die vor allem eine Projektion des Innenlebens seiner Figuren darstellt. Besonders interessant ist deshalb, in welchen semantischen R\u00e4umen interkulturelle Begegnungen in dem Filmen des Italieners stattfinden. <br><em>Patryk<\/em>: Wie kann ein Schwellenraum gleichzeitig als Grenzlinie verstanden werden? In meinem Vortrag soll ebendieses Paradox \u2013 diese Spannung zwischen der arealen und linearen Auffassung des Mittelmeers \u2013 n\u00e4her beleuchtet werden. Neben der historischen Entwicklung, die eine wichtige Rolle in der Entstehung jenes Zwiespalts spielt, werden auch kulturwissenschaftliche und politische Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze herangezogen. <br><em>Lea<\/em>: Grenzen geh\u00f6ren zur menschlichen Wirklichkeit. Ganz gleich, ob sie territorial-real existieren und mit Z\u00e4unen, Mauern und Stacheldraht verteidigt werden oder kulturell-imagin\u00e4r sind und durch das Denken und Handeln der Menschen bestehen. Unter dem Titel \u201ePerspektiven \u2013 Zur Realit\u00e4t und Imagination von Grenzen\u201c m\u00f6chte ich in meinem Vortrag \u00fcber verschiedene Arten und Formen von Grenzen, Abgrenzungsmechanismen sowie \u00fcber die damit verkn\u00fcpfte Funktionalisierung von Feindbildern sprechen. Besonders im Mittelmeerraum, der das thematische Grundger\u00fcst der Mittelmeer-Filmtage bildet, sind Grenzen ein zentrales und aktuelles Thema. Hier ist vor allem die Fl\u00fcchtlingsthematik zu bedenken. In der philosophisch-kulturellen Reflexion von Grenzen und Feindbildern soll deshalb die politisch-mediale Instrumentalisierung des Fl\u00fcchtlingsfeindbildes herangezogen werden. Ziel ist es, ein Bewusstsein f\u00fcr selbiges sowie nationale und politische Abgrenzung zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00e4re das Best-Case-Szenario f\u00fcr den Workshop? Was sollen die Zuschauer bestenfalls aus den Vortr\u00e4gen mitnehmen?<\/strong><br><em>Mark<\/em>: Im besten Fall werden die Zuh\u00f6rer dazu angeregt, sich selbst mehr mit dem Thema zu befassen, bzw. bekommen neue Perspektiven und Sichtweisen er\u00f6ffnet. Wir hoffen nat\u00fcrlich auch als Referenten, durch den Austausch mit dem Publikum die eine oder andere Anregung f\u00fcr kommende Forschungsfragen zu bekommen, bzw. von unseren Gastrednern, die alle im universit\u00e4ren Rahmen lehren, zu lernen. <br><em>Lea<\/em>: Toll w\u00e4re es, wenn das Publikum neue Denkanst\u00f6\u00dfe in Richtungen bekommen w\u00fcrde, die die sie bisher nicht besch\u00e4ftigt haben. Sowohl ein erweitertes Medienbewusstsein als auch differenziertere Vorstellungen von Grenzen (v.a. Abgrenzungen) w\u00e4ren gro\u00dfartig.<br><em>Nicoletta<\/em>: Nat\u00fcrlich w\u00fcrden wir uns \u00fcber genug Zuh\u00f6rer freuen und \u00fcber einen reibungslosen Ablauf.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach welchem Prinzip habt ihr eure G\u00e4ste ausgew\u00e4hlt? War es schwer, besagte G\u00e4ste f\u00fcr eure Sache zu gewinnen?<\/strong><br><em>Lea<\/em>: Wir haben zwei G\u00e4ste, einen pro Abend. Wir haben sie nach passendem Forschungsgebiet ausgew\u00e4hlt. Manche kannten wir pers\u00f6nlich. <br><em>Mark<\/em>: Bei den Gastrednern konnte ich eine ehemalige Professorin von mir aus Augsburg aus der Iberoromanistik gewinnen, an die ich sofort gedacht habe. Der zweite Gastredner war schwieriger, da unsere erste Wahl abgesagt hatte. Daf\u00fcr haben wir mit Herrn Grizelj Kontakt aufgenommen, der einen befreundeten Germanisten aus Kroatien kontaktiert hat. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf welche Schwierigkeiten seid ihr bisher bei euren Vorbereitungen bzw. bei eurem Projekt gesto\u00dfen?<\/strong><br><em>Nicoletta<\/em>: Auch wenn unser Format einem Referat in einen anderem, nicht-universit\u00e4ren Umfeld \u00e4hnelt ist die Organisation und die Vorbereitung eines Tagungsprojekts neu f\u00fcr uns. Nat\u00fcrlich klappt nicht alles sofort. Einen Termin zu finden, an dem alle (vor allem die G\u00e4ste) Zeit haben und an dem der zugewiesene Raum noch nicht belegt ist war beispielsweise eine Schwierigkeit. <br><em>Mark<\/em>: Vor allem die die Organisation von Gastrednern stellte uns vor Probleme, da es erstmal schwierig war, Experten auf dem Gebiet zu gewinnen und viele einen sehr vollen Terminkalender haben. Da mussten schon mal Termine hin- und hergeschoben werden, damit am Ende alles passte. <br><em>Patryk<\/em>: Haupts\u00e4chlich organisatorische Probleme, die sich bei so einer Veranstaltung eben ergeben. Ein Plan B ist da von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Schwierigkeiten k\u00f6nnten noch auftreten?<\/strong><br><em>Lea<\/em>: Jemand k\u00f6nnte krank werden, einer der G\u00e4ste k\u00f6nnte spontan absagen, die Technik k\u00f6nnte streiken oder im schlimmsten Fall kommt keiner. <br><em>Patryk<\/em>: Da die Kunstinstallation ebenfalls im Pixel stattfindet, wird wohl einiges abger\u00e4umt und umgestellt werden m\u00fcssen, bevor der Workshop stattfinden kann. Die Kunstobjekte m\u00fcssen w\u00e4hrend der Vortr\u00e4ge irgendwo untergebracht und der Raum mit St\u00fchlen gef\u00fcllt werden. Wie das ablaufen wird, steht noch offen. <br><em>Nicoletta<\/em>: Ich habe den Raum, in dem wir die Vortr\u00e4ge halten, noch nicht von innen gesehen. Da er uns von den Veranstaltern der Mittelmeer-Filmtage empfohlen wurde, vertraue ich aber einfach darauf, dass er f\u00fcr unser Format geeignet ist. Eine Schwierigkeit, die jedem Student bekannt sein d\u00fcrfte, sind die technischen Probleme. Aber wir werden vor Ort fr\u00fch genug testen, ob alles an der Pr\u00e4sentation funktioniert. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br><br>Nach dem Ende unserer Zusammenarbeit mit den 12. Mittelmeer-Filmtagen wird ein weiterer Blog-Eintrag enstehen, in dem ein Fazit zu den Projekten gezogen werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Karolin Tybus und Natascha Herr Idee, Konzeption und Durchf\u00fchrung des Workshops:Nicoletta Kolmeder, Mark Luxenhofer Patryk Maciejewski, Lea Kubisch \u201eEin fl\u00fcssiger Kontinent? 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