{"id":92,"date":"2020-01-16T15:00:27","date_gmt":"2020-01-16T14:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/?p=92"},"modified":"2020-01-16T15:43:23","modified_gmt":"2020-01-16T14:43:23","slug":"ich-studiere-film-und-medienkultur-forschung-und-was-macht-man-damit-ueber-das-verlassen-der-uni-blase","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hosting.itz.fak13.lmu.de\/filmimpuls\/2020\/01\/16\/ich-studiere-film-und-medienkultur-forschung-und-was-macht-man-damit-ueber-das-verlassen-der-uni-blase\/","title":{"rendered":"Ich studiere Film- und Medienkultur-Forschung. Und was macht man damit?"},"content":{"rendered":"\n<h3>\u00dcber das Verlassen der \u201eUni-Blase\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p><em>von Lydia Frost und Paulina Kutschka<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Den Masterstudiengang Film- und Medienkultur-Forschung (kurz: FMK) gibt es noch gar nicht so lange. Wir sind aktuell der zweite Jahrgang \u2013 insofern hatten wir oft nur wenig Ahnung davon, was uns so erwartet. Vergangenes Jahr standen unsere Kommilitonen\/-innen aus dem h\u00f6heren Semester vor der Aufgabe, eine Fachtagung zu planen und durchzuf\u00fchren \u2013 so ist es regul\u00e4r als Pr\u00fcfung im dritten Semester vorgesehen. Dieser gemeinsamen Projektarbeit, so w\u00fcrden wir jetzt einsch\u00e4tzen, hat auch unser \u00fcberschaubarer Jahrgang durchaus freudig entgegen gesehen. Umso gr\u00f6\u00dfer war die Zustimmung, als wir im Wintersemester 2019\/20 sogar die spannende M\u00f6glichkeit erhielten, mit der Filmstadt M\u00fcnchen im Rahmen der Mittelmeer-Filmtage zusammenzuarbeiten und diese mitzugestalten. Die Idee, unsere Forschungsans\u00e4tze vor einem gro\u00dfen Publikum zur Anwendung kommen zu lassen und damit die Filmtage um eine wissenschaftliche Perspektive zu erweitern, wurde von uns mit viel Enthusiasmus aufgenommen. Voller Elan wurde sich auf die Planung gest\u00fcrzt, ganz hei\u00df darauf, unserer Kreativit\u00e4t freien Lauf zu lassen \u2013 gerade, weil wir es aus unserem Studiengang gewohnt sind, eher theoriebasiert zu arbeiten. Erste Ideen rund um einen Werbefilm, eine Fotoausstellung, eine Kunstinstallation, Workshops und Filmeinf\u00fchrungen wurden schnell konkretisiert.<br>Nach einigen Treffen und detaillierten Ausarbeitungen der einzelnen Arbeitsgruppen wurde klar, dass es schwierig ist, die Wissenschaft vor lauter M\u00f6glichkeiten nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Und pl\u00f6tzlich standen wir vor einem Problem: Wie schafft man es eigentlich, die Br\u00fccke zwischen Wissenschaft und kreativem Arbeiten zu schlagen?<br> Nun stellt sich heraus, dass k\u00fcnstlerische Freiheit manchmal eine schwierige Ausgangslage f\u00fcr eine wissenschaftliche These darstellt. Durch die Begeisterung und die Zeit, die wir in den kreativen Prozess gesteckt haben, haben wir den wissenschaftlichen Fokus etwas aus den Augen verloren. Das ergibt sich nicht unbedingt aus der eigenen Schwerpunktsetzung, sondern ist auch Folge eines Interessenskonflikts. In der Rolle als Studierende ist es unsere Aufgabe, den wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen der Universit\u00e4t zu gen\u00fcgen und diese zu repr\u00e4sentieren. Gleichzeitig m\u00fcssen wir uns im Hinblick auf die bevorstehenden Filmtage auch einem Uni-externen Publikum anpassen k\u00f6nnen. Im Umfeld der Uni sind wir es gewohnt, auf ein gleichgesinntes Publikum zu treffen. Nur selten begeben wir uns mit unserem Filmwissen aus unserer Blase. Auf einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung wie den Mittelmeer-Filmtagen trauen wir uns nun vor ein heterogenes Publikum, das wir nur schwer einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Wie setzt sich das Publikum zusammen? Welches Vorwissen k\u00f6nnen wir voraussetzen? Und ist das Publikum \u00fcberhaupt an wissenschaftlichen Impulsen interessiert? Letztlich m\u00fcssen wir feststellen, dass es auf diese Fragen keine eindeutigen Antworten geben kann. Doch wie k\u00f6nnen wir dann bei einer Filmeinf\u00fchrung sicherstellen, dass wir das Publikum mit unseren theoretischen Ans\u00e4tzen erreichen und gleichzeitig dem Anspruch der Uni gerecht werden?<br> Statt dem \u00fcblichen Aufbau unserer schriftlichen Arbeiten versuchen wir zum Beispiel, das gewohnte Prozedere mit Referenzen auf andere Autoren im m\u00fcndlichen Vortrag zu umgehen. W\u00e4hrend wir normalerweise verschiedene Blickpunkte einnehmen, ist es nun wichtig, dem Publikum eine eindeutige Sichtweise zu pr\u00e4sentieren und es auch direkt anzusprechen. Dabei darf nat\u00fcrlich nicht vergessen werden, dass ein Vortrag vor dem Film leicht zug\u00e4nglich, verst\u00e4ndlich und informativ sein sollte \u2013 mit der Besonderheit nicht aus Versehen den Film zu spoilern.<br> Was wir dabei stets im Hinterkopf haben ist, dass unsere Leistung letztlich auch in schriftlicher Ausf\u00fchrung benotet wird. Au\u00dferdem unterscheiden sich unsere Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Filmtage von Gruppe zu Gruppe so sehr, dass es schwierig ist, eine allgemeing\u00fcltige und gleichzeitig f\u00fcr jeden zufriedenstellende Leistungsbeurteilung zu finden.<br> Trotz all dieser Schwierigkeiten freuen wir uns auf die Herausforderung und sehen unsere Vortr\u00e4ge bei den Mittelmeer-Filmtagen als lehrreiche Gelegenheit im Hinblick auf unsere berufliche Zukunft. Wir denken, es ist manchmal gar nicht so schlecht, die Wissenschafts- Blase zu verlassen, schlie\u00dflich sind im Rahmen der Mittelmeer-Filmtage tolle und kreative Projekte entstanden. Die wissenschaftliche Methodik haben wir als Masterstudenten dann doch schon verinnerlicht und sie damit l\u00e4ngst zur Grundlage unseres Denkens gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das Verlassen der \u201eUni-Blase\u201c von Lydia Frost und Paulina Kutschka Den Masterstudiengang Film- und Medienkultur-Forschung (kurz: FMK) gibt es noch gar nicht so lange. Wir sind aktuell der zweite Jahrgang \u2013 insofern hatten wir oft nur wenig Ahnung davon, was uns so erwartet. 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